Erfolgsfaktor Kommunikation in der Physiotherapie

Der Weg zum konstruktiveren Miteinander.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Vorwort
  2. Wissenschaftliche Erkenntnisse
  3. Sozial-kommunikative Fähigkeiten
  4. Emotionales und soziales Fingerspitzengefühl
  5. Befunderhebung
  6. Bedeutung und Implikation von SCIL
  7. Nutzen des SCIL Profile ®

 

Vorwort

Gelungene Kommunikation ist für den direkten Therapie- und somit auch Geschäftserfolg ein wesentlicher Bestandteil. Diese Feststellung wurde in den verschiedensten Untersuchungen und Studien belegt. Und sie gilt für alle medizinisch-therapeutischen Berufe: vom Arzt, über die pflegenden Berufe bis hin zum Logopäden, Ergo- und auch Physiotherapeuten. Bislang wurden aber neben der allgemeinen Aufforderung zur Verbesserung der kommunikativen Kompetenz keine konkreten Handlungsempfehlungen gegeben. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie durch individuelle Kommunikation Therapieabbruchquoten verringern, die Patientenzufriedenheit und -treue erhöhen und dadurch auch den wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Praxis steigern.

Das A und O eines gelungenen Miteinanders ist das Verständnis der Persönlichkeit des Gegenübers. Nur, wenn wir verstehen, wie der andere tickt, welche Kommunikationsbedürfnisse und -kompetenzen er hat, können wir typgerecht und individuell mit ihm interagieren. Persönlichkeitsanalysen bieten die Möglichkeit, dieses Verständnis auf wissenschaftlich fundierter und objektiver Basis zu fördern.

Ein Tool, das beispielsweise die Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz eines Menschen analysiert, ist das SCILprofile®. Es wurde von Andreas Bornhäußer in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg/Essen entwickelt und macht die momentane Kommunikationskompetenz eines Menschen mess- und sichtbar. Aus den Ergebnissen der wissenschaftlichen Analyse lassen sich schließlich individuelle Trainingsempfehlungen ableiten.

Die Vorgehensweise der SCIL-Analyse mit anschließendem Übungsprozess bietet viele Ähnlichkeiten zur physiotherapeutischen Anamnese, Befundaufnahme und Bewegungsanalyse mit der daraus resultierenden Trainings- bzw. Übungsempfehlung. Wie kann nun ein Physiotherapeut in der Interaktion mit seinen Patienten noch empathischer, vertrauenswürdiger und kompetenter wirken? Der erste Schritt ist die (Selbst-)Reflexion seines Verhaltens und dessen Auswirkung auf sein Gegenüber, der zweite das regelmäßige, zielorientierte Training der eigenen Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenzen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Verschiedene wissenschaftliche Arbeiten haben sich bereits mit dem Thema der Bedeutung von Kommunikation für den Therapieerfolg beschäftigt. Die durchgeführten Studien und Untersuchungen zielen darauf ab, die Erwartungen der Patienten an die therapeutische Führungskompetenz in der Behandlung zu ermitteln. Daraus kann schließlich abgeleitet werden, was ein Therapeut auf kommunikativer Ebene im Idealfall zu leisten hat, damit sich der Patient angenommen und verstanden fühlt sowie letztendlich Vertrauen fassen kann. Die wesentlichen Kernergebnisse in Kürze:

  • Die Art und Weise des Herangehens sowie die Interaktion mit dem Therapeuten steigern die Bereitschaft (Compliance) der Patienten sowie deren Zufriedenheit mit dem Therapieergebnis (diverse ).
  • „Zugleich wurden von Patienten für einen Therapieabbruch folgende Faktoren als Hauptgründe genannt: mangelnde Informationen und Erklärungen, fehlender menschlicher Kontakt zum Therapeuten und das Gefühl, nicht verstanden worden zu sein.“ (Dehn-Hindenberg 2007)
  • „Das Bedürfnis nach umfassenden Informationen und menschlicher Zuwendung ist ein grundlegendes Element der gesundheitsbezogenen Versorgung. Diese Kriterien werden von Pat. als defizitär und verbesserungsbedürftig wahrgenommen.“ (Dierks et al. 2006)
  • „Denn nur ein Therapeut, der in der Lage ist, Patientenbedürfnisse zu erkennen und auf diese einzugehen, kann therapeutisch sinnvolle und evidente Behandlungsmethoden einsetzen und somit die an ihn gerichteten Anforderungen erfüllen.“ (Chisholm & Askham 2006)

Die Gesamtkompetenz wird abhängig der Patienten-Wahrnehmung durch die vorgenannten Eigenschaften manifestiert, gesteigert oder aber auch reduziert.

Sozial-kommunikative Fähigkeiten – das A und O in der Physiotherapie

Empathie, Enthusiasmus, Leidenschaft und Begeisterung sind allesamt Begriffe, die eine sehr intensive und emotionale Beteiligung ansprechen. Ohne diese Überzeugung können weder in der Therapie, noch im Sport, im Beruf oder im Bereich der Kommunikation Erfolge erzielt werden.

Was bei der qualifizierten Kommunikation in welchem Maße ausschlaggebend ist und wie sich verbale und nonverbale Kommunikationsmittel auf das emotionale Empfinden auswirken, haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Die oftmals fehlinterpretierte Studie des angesehenen Psychologen Prof. Albert Mehrabian beispielsweise bezieht sich ausschließlich auf die Kommunikation von Gefühlen und Gesinnung.

Da es hier um die Wahrnehmung des Patienten bezüglich der vom Therapeuten empfundenen Empathie geht, passt sie jedoch. Demnach schlussfolgert Mehrabian, dass 55 Prozent der Kommunikation zwischen zwei Menschen die Körpersprache ausmacht, 38 Prozent über Ton und Stimme transportiert wird und nur 7 Prozent über den Inhalt (das Gesagte). Deshalb „[…] muss festgehalten werden, dass Fachkompetenz allein nicht ausreicht, um Physiotherapeut zu werden.

Der Beruf des PT zeichnet sich auch durch Empathie, ethische Aspekte sowie die Fähigkeit aus, den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen. Fachkompetenz wird zudem von den Patienten vorausgesetzt. Wahrgenommen wird sie letztlich jedoch anhand des kommunikativen Verhaltens und der psycho-sozialen Kompetenz des Therapeuten“ (Becker 2009). Gute und gelungene Kommunikationstechniken verbessern somit das Therapieergebnis maßgeblich. Sie erfordern aber, wie auch die diversen physiotherapeutischen Methoden, die Kenntnis der theoretischen Grundlagen und vor allem regelmäßiges Training und Reflexion des Erreichten.

Dabei ist es zudem wichtig, authentisch zu bleiben, denn die sogenannte Inkongruenz, also der Widerspruch zwischen verbaler Aussage und Körpersprache, wird von den meisten Menschen entlarvt. Besonders Patienten, die für die Signale von außen sehr sensibel sind, können fehlende Authentizität sehr schnell und eindeutig als solche identifizieren. Ein Therapeut, der erfolgreich therapieren und kommunizieren will, braucht demnach eine positive und zuversichtliche Grundhaltung. Damit ist gemeint, dass er im Idealfall ein positives und gleichzeitig realistisches Bild von seinem Beruf, seinen persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen sowie nicht zuletzt von den erreichbaren Therapieerfolgen hat.

Er sollte sich dem Einfluss und der Macht seiner Sprache bewusst sein und diese motivierend einsetzen. Hierbei geht es nicht darum, etwas zu beschönigen, sondern dem Patienten und seinen Angehörigen, getreu dem Motto „Das Glas ist halbvoll!“, kompetent Fragen zu beantworten sowie Perspektiven und Optionen aufzuzeigen. All den oben erwähnten Studien gemein ist, dass sich aus ihnen eine allgemeine Handlungsaufforderung an die Therapeuten ableiten und stellen lässt.

Emotionales und soziales Fingerspitzengefühl

Die Handlungsaufforderung, kommunikative Kompetenzen weiterzuentwickeln, ist definitiv zu unterstreichen. Denn Patienten, die medizinische und therapeutische Hilfe suchen, sind zumindest in einem speziellen Bereich, nämlich in ihrem gesundheitlichen, an ihre persönliche Ressourcengrenze gestoßen. Somit sind sie deutlich verletzbarer. Hinzu kommt ein weiterer, zutiefst menschlicher Aspekt, der bei einigen Patienten Unwohlsein bis Scham auslöst: Um wirksam behandelt werden zu können, müssen sie sich weitestgehend entkleiden. Für den Physiotherapeuten ist es selbstverständlich, fremde Menschen unbekleidet zu sehen, ihnen nah zu kommen und sie anzufassen, doch die meisten Patienten empfinden es eher als unangenehm. Sie geben sich hierbei in mehrfacher Hinsicht die „Blöße“, denn sie entkleiden sich vor einer Person, die selbst angezogen bleibt.


Abb. 1 – Rotationsmobilisation Wirbelsäule

Zudem befindet sich der Therapeut während seiner Befunderhebung notwendigerweise zeitweise hinter der entkleideten Person, während diese ihre körperlichen Beschwerden und Einschränkungen mitteilt und damit eine aktuelle, persönliche Hilfsbedürftigkeit eingesteht. Persönlich empfundene körperliche Makel (Körperfülle, Gewebsspannung usw.) werden einer bislang fremden Person gezeigt. Damit geben sie einen Teil ihrer Intimsphäre preis.

Zudem stellt sich manch einer die Frage nach ausreichender Körperhygiene, Sauberkeit oder Körpergeruch, besonders, wenn zuvor unbedachte Körperregionen untersucht und behandelt werden sollen. So ist der Patient in einer für ihn weitestgehend unbekannten Situation plötzlich von einer anderen Person abhängig. Er fühlt sich ihr gegebenenfalls sogar ein Stück weit ausgeliefert. Eventuell kommt auch noch die Furcht vor sich verstärkenden Schmerzen dazu. Insofern fällt dem Therapeuten die Aufgabe und Verantwortung zu, durch seine verbale und auch nonverbale Kommunikation die Hemmschwelle für den Patienten möglichst niedrig zu halten.

Nur so kann er die Grundlage für einen ersten notwendigen Vertrauensvorschuss von Seiten des Patienten schaffen. Dieser ist unbedingt erforderlich für ein gelingendes empathisches Therapeuten-Patienten-Verhältnis in der Therapiesituation. Denn der Patient soll idealerweise die vom Physiotherapeuten gestellten Fragen offen und ehrlich beantworten. Und auch das „Locker lassen-Können“ während der Therapie ist essenziell – nicht nur für den Erfolg der Behandlung, sondern auch, um falsch positive Befunde zu verhindern.

Den Therapeuten, die für sich und ihren beruflichen Erfolg an diesem Thema arbeiten möchten, blieb bislang nur die Buchung eines Kommunikationsseminars. Diese können den individuellen Entwicklungs- und Trainingsbedarf des Einzelnen jedoch nur bedingt berücksichtigen und fördern. Das SCILprofile® kann diese Lücke schließen.

Befunderhebung

Der erste Schritt zum Kommunikations- und Therapieerfolg

  1. Um eine ziel- und bedarfsgerechte Behandlung zu ermöglichen, beginnt jede physiotherapeutische Behandlung mit einer Befundaufnahme, also der Ermittlung des individuellen Ist-Zustandes. Dabei wird mit der Anamnese bezogen auf das aktuelle Beschwerdebild sowie mit der Sammlung von Informationen zum Gesamtstatus und zur Patientenhistorie begonnen.
  2. Aus der Diagnose und dieser ersten Befragung heraus werden die weiteren Behandlungsmaßnamen festgelegt: Welche konkreten Bewegungen bzw. allgemeinen und spezifischen Tests gilt es durchzuführen, um weitere hilfreiche Indikatoren zur optimalen Therapiegestaltung zu erhalten? In dieser Phase der Befragung bekommt der Therapeut alle notwendigen Informationen.
  3. Daran anschließend sollte die Zielvorstellung des Patienten abgefragt werden: Was erhofft er sich von der anstehenden Therapie? Diese Erwartung muss der Therapeut unter Umständen aus seiner Erfahrung heraus ein Stück weit relativieren oder in einzelne, überschaubare Etappenziele herunterbrechen.
  4. Ist ein gemeinsamer Nenner gefunden, stellt der Therapeut dem Patienten erste Techniken und Übungen vor und erläutert ihre jeweilige Zielsetzung, Art und Weise der Umsetzung sowie die mögliche bzw. zu erwartende Auswirkung. Darüber hinaus sollte der Therapeut die Empfehlung aussprechen, das Übungsprogramm auch Zuhause eigenverantwortlich weiterzuführen.

Diese bewährte Vorgehensweise empfiehlt sich auch für jeden, der seine Kommunikationsfähigkeit weiterentwickeln möchte. Basis der Befunderhebung ist hier die wissenschaftlich fundierte SCIL-Analyse nach Andreas Bornhäußer. Das Tool basiert auf einem 100 Aussagen umfassenden Erhebungsbogen, den der Kunde webbasiert ausfüllt. Aus diesen Ergebnissen wird sein persönliches SCIL-Profil abgeleitet. SCIL ist das bisher einzige Diagnostik-Tool, das mit einer hohen Validität, Objektivität und Reliabilität die Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz (Empfänger- und Sender-Qualitäten) eines Menschen analysiert sowie Hinweise auf seine persönlichen Entwicklungsfelder geben kann. SCIL unterscheidet dabei vier Frequenzbereiche: Sensus, Corpus, Intellektus und Lingua.


Abb. 2 – Frequenzübersicht

Menschen, die über eine hohe personale Wirkung und Ausstrahlung verfügen, sind in allen vier Frequenzbereichen gleich stark aufgestellt – das Wirkungsprofil ist bildlich gesprochen „rund“. Balance ist also der entscheidende Faktor. Menschen mit einem ausgeglichenen, runden Wirkungs- und Wahrnehmungsprofil werden von anderen eher als charismatisch, sympathisch oder zugänglich bezeichnet. Mithilfe des SCILprofile® wird dem Physiotherapeuten somit deutlich, welche „Frequenzen“ er schon bespielen kann und in welchen noch Entwicklungspotenziale schlummern.


Abb. 3 – individuelles SCIL Profile ®

Bedeutung und Implikation von SCIL

Für was steht SCIL?
SCIL setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Frequenzbereiche zusammen, in denen zwischenmenschliche Interaktion stattfindet. Hierbei steht das „S“ für den Bereich Sensus, das „C“ für Corpus, das „I“ für Intellektus und „L“ für Lingua. Jeder der vier Frequenzbereiche beinhaltet vier Frequenzen. Schauen wir uns nun die insgesamt 16 Frequenzen, auf denen der Mensch „sendet und empfängt“ bzw. wirkt und wahrnimmt, etwas genauer an.

Frequenzbereich Sensus

Abb.4 – Icon SENUS

Menschen mit einer starken Ausprägung in diesem Bereich wirken empfindsam, einfühlsam und achtsam. Sie gewinnen andere Menschen durch Rücksicht, Hingabe und Zuversicht. So schaffen sie über Sympathie und Vertrauen eine Atmosphäre des Wohlfühlens.

Frequenz „Innere Präsenz“
Die erste Frequenz des Frequenzbereichs Sensus ist die „Innere Präsenz“. Sie drückt die Bereitschaft und Fähigkeit einer Person aus, die eigene innere Stimme oder auch Intuition wahrzunehmen und ihr zu folgen. Oft äußern diese Menschen ihre Ideen, unabhängig davon, ob sie gerade in den Kontext passen oder nicht.

Frequenz „Innere Überzeugung“
Die zweite Frequenz aus dem Bereich Sensus ist die „Innere Überzeugung“. Die Ausprägung dieser Wirkungsdimension führt dazu, dass diese Menschen eher dazu neigen, ihre innere Einstellung, Werte und Maßstäbe mitzuteilen. Sie werden von anderen als Menschen erlebt, die voll und ganz zu ihren Entscheidungen stehen.

Frequenz „Momentfokussierung“
Menschen mit einer Ausprägung in dieser Frequenz erwecken bei anderen den Eindruck, dass sie das Hier und Jetzt wertschätzen und dem Moment die volle Aufmerksamkeit schenken. Sie scheinen ein feines Gespür dafür zu haben, wie das Zwischenmenschliche im jeweiligen Augenblick verläuft.

Frequenz „Emotionalität“
Die vierte Frequenz zeichnet sich durch eine hohe Aufmerksamkeit für die eigenen Gefühle und die anderer aus. Menschen mit einer starken Ausprägung der Kompetenz „Emotionalität“ fragen andere in ihrem Umfeld nach ihrer Befindlichkeit und kümmern sich darum, dass die Atmosphäre stimmt. Sie stellen über Sympathie und Vertrauen einen guten Kontakt zum Gegenüber her.

Frequenzbereich Corpus

Abb.5 – Icon CORPUS

Menschen mit einer ausgeprägten Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz in diesem Bereich wirken in erster Linie durch ihr Auftreten und ihre Darstellungsfähigkeit. Sie sprechen mit dem ganzen Körper und verleihen ihren Absichten somit auch ohne viele Worte wirkungsvollen Ausdruck.

Frequenz „Erscheinungsbild“
Menschen mit einer starken Ausprägung dieser Frequenz überlassen, bezogen auf ihr Äußeres, nichts dem Zufall. Sie wählen bewusst die „Haut ihrer Inszenierung“, sind gepflegt, legen Wert auf einen angemessenen Dresscode und wirken „äußerlich stimmig“.

Frequenz „Mimik“
Menschen, die hier stark aufgestellt sind, besitzen die Fähigkeit, ihren Gesichtsausdruck akzentuiert einzusetzen und auch den anderer genau lesen zu können. Sie erkennen kleinste mimische Regungen beim Gegenüber und versuchen, die Ursache zu ergründen. Dadurch werden sie häufig als ein- und mitfühlend empfunden.

Frequenz „Gestik“
Menschen mit einer stark ausgeprägten Gestik verleihen ihrer verbalen Aussage auf der nonverbalen Ebene besonderen Nachdruck. Sie erwecken bei anderen den Eindruck, dass sie die Bewegung der Hände, Arme aber auch des Kopfes, der Schultern, der Beine usw. in jeder Situation bewusst und kontrolliert einsetzen.

Frequenz „Räumliche Präsenz“
Unter der vierten Frequenz im Bereich Corpus versteht man die Fähigkeit, den Grad des Raumeinnehmens genau dosieren zu können. Diese Menschen zeichnen sich beispielsweise durch eine aufrechte Haltung, bewusstes Innehalten, Blickkontakt, einen festen Schritt und Händedruck aus.

Frequenzbereich Intellektus

Abb.6 – Icon INTELLEKTUS

Menschen mit einer starken Ausprägung in diesem Frequenzbereich wirken vorbereitet, bedacht und überlegt. Sie überzeugen durch Gründlichkeit, Klarheit und Nachvollziehbarkeit sowie die Fähigkeit, Themen auf der inhaltlichen Ebene voran zu treiben.

Frequenz „Sachlichkeit“
Menschen mit einer hohen Ausprägung der Frequenz „Sachlichkeit“ zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, Gespräche und Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu halten bzw. sie dorthin zurück zu bringen. Sie betrachten die Dinge aus einer rationalen Perspektive und trennen die Sache vom Gefühl.

Frequenz „Analytik“
Unter der Frequenz „Analytik“ ist die Fähigkeit zu verstehen, Dinge in logische Abfolgen zu bringen und abzuarbeiten. Diese Menschen haben für fast alles eine Agenda oder feste Chronologie, auf die sie immer wieder zurückkommen. Sie stellen häufig „W-Fragen“: Wer? Wie? Was? Warum? Wohin? Wie stark? usw.

Frequenz „Strukturiertheit“
Die Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz „Strukturiertheit“ beschreibt die Stringenz, mit der sich Menschen an eine bestimmte Gliederung oder einen thematischen Fahrplan halten. Sie schaffen es, auch in die chaotischsten Situationen oder Prozesse wieder Ordnung und Struktur zu bringen.

Frequenz „Zielorientierung“
Menschen mit einer ausgeprägten „Zielorientierung“ teilen ihre Ziele in Begegnungen bereits in einem sehr frühen Stadium mit und verfolgen diese auch. Ein Gespräch scheint für sie erst erfolgreich zu verlaufen, wenn ein eindeutiges Ergebnis erzielt und klare Vereinbarungen getroffen worden sind.

Frequenzbereich Lingua

Abb.7 – Icon LINGUA

Menschen mit einer hohen Ausprägung in diesem Bereich wirken wortgenau, sprachverliebt und ausdrucksstark. Sie sprechen andere durch ihre Formulierungskunst, ihren stimmlichen Klang sowie ihren virtuosen Umgang mit allem Buchstäblichen an.

Frequenz „Stimme“
Menschen mit einer hohen Ausprägung in dieser Frequenz sind in der Lage, allein durch ihre Stimme Stimmungen bei anderen auszulösen. Sie variieren Lautstärken und Klangfarben und spielen mit unterschiedlichen Betonungen des gesprochenen Wortes.

Frequenz „Artikulation“
Diese Frequenz bezieht sich auf die Deutlichkeit der Aussprache sowie das Sprachtempo. Menschen mit einer ausgeprägten Artikulation verstehen es darüber hinaus, durch Sprechpausen eine besondere Spannung und damit Wirkung zu erzeugen.

Frequenz „Beredsamkeit“
Menschen mit einer ausgeprägten Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz in dieser Frequenz punkten durch eine besondere Wortwahl, Wortwitz und eine große, sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Sie sind schlagfertig und selten um eine Antwort verlegen.

Frequenz „Bildhaftigkeit“
Menschen mit einer hohen „Bildhaftigkeit“ in ihrer Sprache nutzen häufig Analogien, Metaphern und beschreiben das Gesagte durch „merk-würdige“ Bilder. So sind sie stets in der Lage, ihrem Gegenüber selbst komplizierte Sachverhalte verständlich zu vermitteln.

Nutzen des SCILprofile®

Für die erfolgreichere Kommunikation in der Physiotherapie
Vergleichbar mit der Befunderhebung und der Behandlung in der Physiotherapie folgt auch der SCIL-Prozess einem klaren Schema:

  1. Befundaufnahme:
    Das SCILprofile® basiert auf einem 100 Aussagen umfassenden Erhebungsbogen, den der Kunde webbasiert ausfüllt. Aus diesen Ergebnissen wird sein persönliches SCIL-Profil abgeleitet. Es bildet die aktuell geltende Wahrnehmungs- und Wirkungskompetenz ab und gibt Hinweise auf persönliche Wirkungs- und Wahrnehmungsstärken bzw. Entwicklungsfelder.
  2. Befundklärung:
    Im Auswertungsgespräch mit einem ausgebildeten SCIL Master werden dem Therapeuten seine individuellen Ausprägungen, sowohl der einzelnen Frequenzen wie auch der Frequenzbereiche, erläutert. Darauf basierend wird ein spezifisches Trainings- und Übungsprogramm entwickelt.
  3. Zielklärung:
    Mit der Abfrage der Wünsche und Vorstellungen, an welchen Entwicklungspotenzialen der Therapeut vorrangig arbeiten möchte, werden die vorrangigen Handlungsfelder geklärt. Auch der SCIL Master muss unter Umständen, wie der Physiotherapeut auch, die Erwartung seines Klienten aus seiner Erfahrung heraus ein Stück weit relativieren oder in einzelne überschaubare Etappenziele herunterbrechen.
  4. Übungen und Trainingsprogramm:
    Ist ein gemeinsamer Nenner gefunden, stellt der SCIL Master konkrete Techniken und Übungen vor und erläutert ihre jeweilige Zielsetzung, Art und Weise der Umsetzung sowie die mögliche bzw. zu erwartende Auswirkung. Darüber hinaus wird dem Therapeuten/Coachee die Empfehlung ausgesprochen, das Übungsprogramm auch zuhause eigenverantwortlich weiterzuführen, um sein Entwicklungspotenzial auszuschöpfen.
So kann der Therapeut zukünftig schneller und zielgerichteter wahrnehmen, was sein Patient braucht, um sich verstanden zu fühlen und sich vertrauensvoll in die Hände des Physiotherapeuten begeben zu können.

Abb. 8. – Frequenzdivergenz Abb. 9. – Frequenzkonvergenz

Für das hier abgebildete Profil könnten, den Konsens zwischen SCIL Master und Therapeut vorausgesetzt, die ersten Übungsempfehlungen für Mimik und Gestik zum Beispiel wie folgt aussehen:

  1. Mimik:
    Versuchen Sie vor einem Spiegel oder vor einer Videokamera zu folgenden Begriffen den passenden Gesichtsausdruck zu finden: z.B. Mitgefühl, Verwunderung, Interesse, Angst, Bestätigung, Freude, Überraschung und Ärger. Wenn Sie mit einer Darstellung rundherum zufrieden sind, notieren Sie sich die Merkmale, die diesen Gesichtsausdruck Ihrer Meinung nach besonders überzeugend gemacht hat. Durch die Auseinandersetzung mit Ihrer Mimik werden Sie Ihre Gesichtsausdrücke im Umgang mit Ihren Patienten zukünftig viel bewusster und gezielter einsetzen können.
  2. Gestik:
    Zur Verbesserung und Erweiterung Ihres gestischen Repertoires versuchen Sie die folgende Aussage bewusst zu verkörpern: „Eines der größten Wunder der Natur ist die Tatsache, dass die Maus aus dem Ei geschlüpft ist.“ Nehmen Sie dafür verschiedene Rollen ein: Nachrichtensprecher, eitler Fatzke, kleines Kind, Büttenredner im Karneval, Sensationsreporter, Referent auf einer Tagung, Geistlicher, Schüchterner. Die Übung mag vielleicht zunächst etwas „albern“ klingen, aber Sie werden sehen, dass Sie Ihre Gesten zukünftig bewusster wahrnehmen und je nach Kontext und Patientenbedürfnis zielgerichteter einsetzen.
  3. Prozessfokussierung:
    Oftmals sind wir mehr mit uns selbst als mit unserem Vis-á-Vis beschäftigt. Überlegen Sie deshalb, welche Fragen Sie konkret bei welchem Beschwerdebild stellen möchten und aus welchem Grund. Erklären Sie Ihrem Patienten den Hintergrund der Fragen. Wiederholen Sie im Gespräch die erhaltenen Antworten und stellen Sie weiterführende Fragen, um so an weitere Detailinformationen zu gelangen, die Sie sonst wahrscheinlich nicht oder erst später erhalten würden. So erfährt der Patient, dass Sie aktuell tatsächlich nur für ihn da sind.

Wie bei anderen ungewohnten Dingen auch fühlt es sich zu Beginn mühsam, ein wenig sperrig und wohlmöglich auch geschauspielert an. Aber je häufiger Sie gewohnte Pfade verlassen und neue Verhaltensweisen im Umgang mit Ihren Patienten etablieren, desto leichter werden sie Ihnen fallen. Ihr Wirkungs- und Wahrnehmungs-Repertoire wächst und Sie können die Kommunikationsbedürfnisse Ihrer Patienten erkennen und individuell bedienen.

Auf einen Nenner gebracht bietet das SCILprofile® den folgenden Nutzen:

„Der Mensch entwickelt die Fähigkeit, zu erkennen, was gebraucht wird, die Fertigkeit zu tun und zu sagen, was gefragt wird und die Wahrhaftigkeit, sich selbst dabei treu zu bleiben.“
– Andreas Bornhäußer, Urheber des SCIL Profile ®

Wenn die Frequenzen von Patienten und Therapeut „auf einer Wellenlänge“ liegen, wirkt die Kommunikation in der Physiotherapie zunehmend stressreduzierend und harmonisierend. So entsteht eine vertrauensvolle Beziehung, die einen großen Nutzen für beide Seiten hat – schließlich sind zufriedene Patienten die Basis einer erfolgreichen Praxis für Physiotherapie.

iPDF_Wissenschaftliche Arbeitspapiere Nr.: W 059 der Universität Mannheim Studien vom Institut für Marktorientierte Unternehmensführung Bauer, Keller, Hahn, 2002: Die Messung der Patientenzufriedenheit; https://madoc.bib.uni-mannheim.de/42504/1/W059_Die%20Messung%20der%20Patientenzufriedenheit.pdf

PDF_Picker Institute making patients` view count, Chrisholm & Askham, 2006: Patient-Centred Medical Professionalism: Towards an agenda for research and action; https://www.picker.org/wp-content/uploads/2014/10/Patient-centred-medical-professionalism….pdf/

Buch_Dehn-Hindenberg, 2007: Patientenbedürfnisse in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie; Wissenschaftliche Schriften im Schulz-Kirchner Verlag; ISBN 978-3-8248-0281-4/

Buch_Dierks et al., 2009: Zielgruppengerechte Gesundheitskommunikation Stärkung von Empowerment durch Gesundheitsbildung; VS Verlag für Sozialwissenschaften; ISBN 978-3-531-15907-2/

Buch_Hurrelmann et Leppin, 2001: Moderne Gesundheitskommunikation; Verlag Hans Huber; ISBN 978-3-456-83640-9/

Buch_Scheibler u. Pfaff, (Hrsg.): Shared Decision-Making. Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess, 2003; Springer Verlag; ISBN 3–7799–1665–7/

iiPDF_D. Rüther, 2009: Körperorientierte Arbeit am Beispiel der systemischen Physiotherapie; https://www.oeas.at/fileadmin/root_oeas/service/systeme/volltexte_1_2009/1_2009_Ruether_Koerperorientierte_Arbeit.pdf

Buch_Chr. Schäfer, 2011: Patientencompliance; Gabler Verlag ; ISBN 978-3-658-13002-2

Buch_Dehn-Hindenberg, 2007: Patientenbedürfnisse in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie; Schulz-Kirchner Verlag; ISBN 978-3-8248-0281-4

iiiQuelle: http://www.kaaj.com/psych/smorder.html

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Responses

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  1. Premiere im Blog der Trendpiloten. Großartiger Beitrag, Wolfgang Stockhausen. Wissenschaftlich fundiert.
    So tief im Thema wie nötig. So verständlich geschrieben, wie möglich. Danke dafür. By the way: Auch ich glaube, wenn Ärzte wieder stärker den Fokus auf Sprechstunden legen würden, anstatt auf Apparatemedizin und Rezeptminuten, könnte vielen Patienten schneller geholfen und die Zeit der Gesundung verkürzt werden. Vorausgesetzt Sie verfügen über die notwendigen kommunikativen Kompetenzen.